Hitzeschutzmonitor Deutschland 2026 – Wie gut sind Deutschlands Wohngebäude gegen die Hitze gewappnet?
Der Hitzeschutzmonitor Deutschland untersucht erstmals repräsentativ, wie der deutsche Wohngebäudebestand gegen sommerliche Hitze gewappnet ist – und wie stark die Menschen unter Hitze in ihren eigenen vier Wänden leiden. Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut B+L Marktdaten (Bonn) im Auftrag der ROMA KG, Marktführer für Vorbaurollladen und führender Hersteller außenliegender Sonnenschutzsysteme in Deutschland, bundesweit 2.020 Haushalte befragt.
Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Studienergebnisse. Sollten Sie Informationen zur Methodik oder vertiefende Details wünschen, kontaktieren Sie uns bitte unter: presse@roma.de
Inhaltsverzeichnis
Fast jeder zweite Haushalt schläft schlechter wegen Hitzebelastung
48,7% der Befragten sind gelegentlich oder häufiger von hitzebedingten Schlafproblemen betroffen. 19,1% berichten von häufigen oder sehr häufigen Schlafproblemen, weitere 29,6 % von gelegentlichen. Tropennächte werden seltener genannt, Schlafprobleme entstehen also auch ohne dieses Extrem.
Wenn die Wohnung zu heiß wird, weicht man aus
Raum- und Wohnungswechsel als Ausweg bei Hitzenächten. Rund ein Fünftel wechselt bei Hitze den Schlafraum – 5 % der Befragten mussten aufgrund von Hitze schon einmal auswärts übernachten.
Geteilte Meinung bei der Erwartung, klare Sorge bei Millionen
Sorge um Bewohnbarkeit: Der Befragung nach sorgen sich 6,86 Mio. Haushalte, dass ihre Wohnung in der Hitzezeit künftig nicht mehr ausreichend bewohnbar ist, das sind 16,7 % aller Haushalte.
Hitze als Umzugsgrund bleibt die Ausnahme
19,2 % der Befragten kann sich einen hitzebedingten Umzug vorstellen. Potenzielles Umzugsvolumen: ~740.000 Umzüge könnten in den kommenden Jahren rechnerisch auf sommerliche Hitze zurückzuführen sein; basierend auf den 1,8 % der Haushalte, die einen Umzug für wahrscheinlich halten, hochgerechnet auf 41,1 Mio. Haushalte (DESTATIS).
Das Zuhause – Schutzraum oder Teil des Problems?
Hitze vs. Kälte: 37,8 % der Befragten empfinden Hitze im Sommer in ihren Wohnräumen als größeres Problem als Kälte im Winter.
Mehr als ein Drittel hat keinen Sonnenschutz an den Fenstern
36,7 % der Befragten, mehr als ein Drittel, haben keinen Sonnenschutz an den Fenstern. Wo außenliegender Sonnenschutz vorhanden ist, sind im Schnitt drei Viertel der Fenster damit ausgestattet. Rollläden dominieren die verbauten Lösungen klar.
Fördermöglichkeiten sind den meisten unbekannt
Staatliche Förderung: Der Bund fördert außenliegenden Sonnenschutz über die BEG-Einzelmaßnahmen (BEG EM). 15 % Zuschuss auf die Investitionskosten inkl. Montage, plus 5 % Bonus bei individuellem Sanierungsfahrplan (Stand: Juni 2026; ab 21. Juli gibt es den 5 % iSFP-Bonus erst ab förderfähigen Kosten von 30.000 €). 87,7 % der Befragten sind diese Fördermaßnahmen unbekannt.
So verteilt sich der Hitzeschutz in Deutschland
Im Untersuchungszeitraum Mai 2026 erreicht der durchschnittliche deutsche Haushalt 3,3 von 10 Punkten. Damit ist der Hitzeschutz insgesamt schwach ausgeprägt.
Mehr als ein Drittel der Wohngebäude braucht dringend besseren Hitzeschutz
Bei 36,4 % der Gebäude in Deutschland besteht dringender Handlungsbedarf, da sie einen Index unter 3 und damit kaum bis gar keinen Schutz vor sommerlicher Hitze haben.
Hintergrund der Studie
Hitze als Gesundheitsrisiko hängt elementar mit dem Zustand des Wohnraums zusammen: Die Menschen in Deutschland verbringen laut Umweltbundesamt 80 bis 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Wohngebäude können in Hitzewellen wirksamen Schutz bieten, jedoch nur, wenn sie baulich entsprechend ausgestattet sind. Die Anzahl von Hitzetagen (/-nächten) hat sich laut Deutschem Wetterdienst im Zeitraum 1991–2020 gegenüber 1961-1990 (Klimanormalperiode) verdoppelt. Das Robert Koch-Institut hat in seinem Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität (KW 27/2026, veröffentlicht am 16. Juli 2026) die Zahl hitzebedingter Sterbefälle in Deutschland bis Anfang Juli 2026 auf rund 6.800 beziffert. Damit liegt der Wert bereits zur Jahresmitte über den Gesamtjahreswerten jedes einzelnen Jahres im Zeitraum 2020 bis 2025.
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